Seit Ende 2024 läuft bei Meta im Hintergrund ein Update, das die Art, wie Werbung ausgespielt wird, fundamental verändert hat. Es heißt Andromeda — und wer es nicht kennt, wundert sich gerade, warum Kampagnen, die monatelang stabil liefen, plötzlich schlechter performen.
Was ist Andromeda überhaupt?
Andromeda ist Metas neuer Werbe-Retrieval-Algorithmus. Er entscheidet, welche Anzeigen überhaupt in die Auktion kommen. Das System analysiert Creative-Eigenschaften — Bild, Text, Video, Audio — bereits vor der eigentlichen Auktion und filtert Kandidaten vor.
Das hat eine Konsequenz, die viele unterschätzen: Nicht das Targeting entscheidet primär, wer deine Anzeige sieht — sondern was der Algorithmus aus deinem Creative über die passende Zielgruppe ableitet.
Was hat sich konkret geändert?
Die Targeting-Logik hat sich grundlegend verschoben. Früher hast du Zielgruppen definiert — heute bestimmt das Creative Reichweite und Auslieferung. Konkret heißt das:
- Ausschluss-Funktionen wurden in mehreren Wellen reduziert (Jan–Mär 2025).
- Interessen-Kategorien wurden konsolidiert (ab Jun 2025).
- Veraltete Targeting-Strukturen werden zunehmend automatisch zugunsten von Advantage+ Audience ersetzt.
Was bedeutet das für deine Kampagnen?
Creative ist das neue Targeting
Algorithmus-Optimierung braucht vielfältiges Creative — verschiedene Hooks, Formate, Botschaften für unterschiedliche Zielgruppen-Segmente. Minimale Farb-Variationen reichen nicht.
Weniger Kampagnen, mehr Volumen
Konsolidierte Kampagnen mit größeren Datenpools schlagen fragmentierte Strukturen. Statt 12 winziger Anzeigengruppen lieber 2–3 mit ausreichend Volumen.
Sauberes Tracking ist Pflicht
Pixel und Conversions API müssen sauber konfiguriert sein. Ohne saubere Conversion-Signale lernt der Algorithmus die falschen Dinge.
Geduld ist ein Wettbewerbsvorteil
Frühe Eingriffe unterbrechen die Lernphase. Volatilität in den ersten Tagen ist keine schlechte Performance — es ist Adaption.
Lohnt sich die Umstellung?
Meta selbst berichtet bei Advantage+ Creative Features von ca. 22 % höherem ROAS und 8 % Qualitätsgewinn — die Realität schwankt natürlich nach Branche und Setup. In meiner Praxis sehe ich klare Performance-Verbesserungen, sobald Accounts auf das neue Paradigma umgestellt sind.
Fazit
Andromeda ist kein inkrementelles Update — es ist ein Paradigmenwechsel. Wer noch mit Strukturen aus 2022 arbeitet, lässt Performance liegen. Wer Creative ernst nimmt, breit testet und dem Algorithmus genug Datenvolumen gibt, gewinnt.
Account-Audit für die Andromeda-Welt gefällig?